Seit 2005 sind die sogenannten „sozialen Netzwerke“ die uns das Internet bietet, immer größer geworden. Auch der Werbemarkt hat erkannt, dass ein großes Potenzial in diesen Netzwerken steckt. Werbekampagnen die auf diesen Plattformen durchgeführt werden, können kostengünstiger und großflächiger als mit jedem anderen Medium angelegt werden. Es gibt mehrere Methoden, wie Werbung auf diesen Netzwerken betrieben werden kann. Leider kann es auch dafür genutzt werden die persönliche Privatsphäre der einzelnen Person zu gefährden. Im Moment gibt es noch keine gesetzliche Grundlage um dies zu ahnden.

Werbeformen
Das so genannte virale Marketing, ist die eleganteste Werbeform in den Sozialen Netzwerken. Hierbei werden Gruppen mit bestimmten Interessen gebildet. Auf Facebook zum Beispiel können Zielgruppen nach ihren Interessen gefiltert werden. Für den Werbefachmann bietet dies die Möglichkeit, wirklich interessierte Kunden mit Informationen versorgen zu können. Diese Gruppen können auf fast allen sozialen Netzwerken erstellt werden. Der Vorteil hierbei ist, dass Zielgruppen ohne großte Streuverluste angesprochen werden können.

Die Cobra Methode (Consumers online brand related activities) versucht hingegen die Benutzer selber zu bewegen für ein bestimmtes Produkt zu werben. Dies kann zum Beispiel durch Fotos mit dem Logo eines Produktes geschehen. Wenn dieses Foto ein bestimmtes Motiv oder etwas bestimmtes ausdrückt, was dem Benutzer gefällt, wird er es auf seiner Seite im sozialen Netzwerk weiterverbreiten. Wichtig hierbei ist, dass der Markenname schon bekannt ist und sich Personen mit ihm identifizieren können. Bei unbekannten Markennamen die noch keinen Status haben, wird diese Art von Werbung nicht funktionieren.

Die Ewom Methode (electronic word of mouth) versucht Interaktionen zwischen den eigenen Kunden zu fördern, zum Beispiel durch Erfahrungsberichte auf speziell angebotenen Seiten. Die Umsetzung dieser Methode wird auch von Agenturen benutzt, um gezielt Werbebotschaften für eine bestimmte Marke zu verbreiten. Dieses geschieht natürlich indirekt, sodass die Besucher auf diesen Seiten absichtlich getäuscht werden. Die Ewom Methode kann einem Markenstatus schnell zum Verhängnis werden, wenn den Kunden auffällt das hinter den Bewertungen keine Person steht, sondern eine gezielte Werbekampagne.

Immer öfters werden auch in den sozialen Medien SPAM Werbeaktionen durchgeführt. Meistens werden die Werbekunden direkt angeschrieben oder auf deren Seiten Nachrichten gesendet die direkt für ein Produkt werben. Bei dieser Art von Werbung werden normalerweise viele tausend Adressaten mit dieser Werbung angeschrieben, um einen kleinen Erfolg zu erzielen. Da das Versenden kostenlos ist, entstehen durch diese Art der Werbung fast keine Kosten. Noch ist diese Werbeform nicht verboten, verletzt aber die Privatsphäre der Empfänger.

Werkzeuge des Social Media Marketing

Diese relativ neue Art der Werbung verlangt auch neue Werkzeuge. Viele Firmen stellen spezielle Programme und Werkzeuge für das Social Media Marketing zur Verfügung. Durch diese kann man zum Beispiel die einzelnen Social-Media-Kanäle des Unternehmens kontrollieren. Auch werden Werkzeuge angeboten mit denen verschiedenen Kanäle auf einer Oberfläche dargestellt werden oder bearbeitet werden können. Andere Werkzeuge erlauben es die Interaktionen von Personen, Themen und oder Ideen auf den Social Media Kanälen zu interpretieren. Jeden Tag werden neue Werkzeuge angeboten die den Umgang mit dieser Werbe- und Marketing-Strategie erleichtern. Firmen wie zum Beispiel Facebook, bieten ihren Service für den Endkunden kostenlos an, da die Werbeerträge die ganze Plattform finanzieren. Dementsprechend ist bei Facebook speziell die Anzahl der Benutzer und die Registrierung Ihrer Daten das größte Kapital.

Risiken des Social Media Marketing

Die sozialen Medien können nicht gesteuert werden, sie haben ihre eigene Dynamik. Da die Geschwindigkeit mit der Nachrichten heutzutage im Internet und in den sozialen Medien verbreitet werden, so immens ist, ist es nicht möglich sie zu steuern. Wenn eine Firma in einem solche Media Network Werbung macht, kann es leicht passieren, dass diese Eigendynamik des Netzwerks sich zum Nachteil des Firmenimages auswirkt. Es reicht nur wenn von wenigen Leuten eine gegenteilige oder negative Antwort auf die Werbung erfolgt, die sich über das ganze Netzwerk verbreitet. Andererseits gibt es auch der Firma die Möglichkeit global auf solche Vorwürfe zu reagieren. Zum Beispiel wurde die Firma Nestle vehement auffällig in Facebook und Twitter angegriffen. Da die Firma durch Einsatz von Palmöl, dazu beitrug den Regenwald zu zerstören, wurde die Firma in Facebook von den Benutzern kritisiert. Die einzige Möglichkeit die der Firma Nestle blieb, war sich bei den Facebook Benutzern zu entschuldigen und in Zukunft auf den Einsatz von Palmöl zu verzichten.

Im Gegensatz dazu gibt es viele Firmen die ihre Werbekampagnen auf dem Social Media Marketing aufbauen. Beste Beispiel dafür ist die Firma Starbucks, die ihre Produkte auf den verschiedensten sozialen bewirbt. Die Aktivitäten auf Facebook, YouTube und Twitter sind perfekt auf das Publikum, welches sie ansprechen sollen abgestimmt. Natürlich bedienen sich auch die Konkurrenten von Starbucks der sozialen Medien. Hierbei gilt allgemein: Die beste Kampagne gewinnt!

Jedoch wird in den sozialen Medien auch auf Kampagnen der Konkurrenz reagiert. So schaffte es Mercedes mit einem lustigen Werbespot, in welchem mit Hühnern die Fahreigenschaften ihres neuesten Modells veranschaulicht wurden einen viral wirksamen Werbespot zu erschaffen. Der Konkurrent Jaguar fasste diesen Spot auf und konterte mit einem ähnlichen Werbespot, in welchem allerdings „noch eine Schüppe drauf“ gelegt wurde.